Rayana!

Wenn Du mit einer mies gelaunten Schnute durch Zürich schleichst und Dir eine Frau mit raspelkurzen blonden Haaren provokant ins Gesicht lacht, dann ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass Du Bekanntschaft mit Rayana gemacht hast. Die hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, Menschen, die besonders griesgrämig in die Welt schauen, mit einem extra breiten Lächeln zu beschenken.

Obwohl ich an diesem Tag überhaupt nicht mies gelaunt war, habe ich es dennoch abgekriegt, ihr fröhliches Strahlen. Und weil mich fröhliches Strahlen ausserhalb von Winterthur generell misstrauisch macht, habe ich einfach mal nachgefragt. Ob Rayana immer so gut gelaunt ist. (Hoffentlich nicht, weil sonst wäre das Misstrauen ja begründet), und falls nicht, wie sie es denn anstellt, sich in diesen Zustand zu versetzen (ich will hinter deine Strategie kommen, gopf!).

Die deutsch-italienische Doppelbürgerin mit der grossen Türkei-Vorliebe hat mir so einige Strategien offengelegt, ich bin gar nicht mehr aus dem Notieren gekommen ... Um nur ein paar davon zu nennen:

"Ich gehe ohne Scheuklappen durch die Welt und mir passieren dadurch Begegnungen, die mich nähren und speisen. Da ich früher als Reisebegleiterin mit unterschiedlichsten Menschen im Ausland unterwegs war, fällt es mir nicht schwer, in Kontakt zu kommen. Heute ist mein Leben ein bisschen ruhiger, aber mein Freundeskreis ist mir immer noch sehr wichtig und ich liebe es, wenn ich mit meinem Freund in einer fremden Stadt unterwegs sein kann. Er macht auf unseren Trips jeweils grossartige Fotos, die mir als Ressource im Alltag dienen.

Überhaupt ist meine Beziehung etwas sehr Bestärkendes für mich. Trotzdem liebe ich es auch, ab und zu für mich zu sein. Das sind dann jeweils meine "Rayana-Abende", in der ich mich entweder sportlich beim Downhillbiken oder Joggen auspowere oder ganz einfach zu Hause mit meinen beiden Katzen Oskar und Anton schmuse.

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Die beiden sind bis anhin auch die Einzigen, die mich beim Singen hören dürfen. Also nebst meiner Gesangslehrerin natürlich. Singen ist etwas sehr Wichtiges für mich. Nur leider fehlt mir bis heute der Mut, es öffentlich zu tun. In einer Band singen wäre toll! Vielleicht überwinde ich mich ja irgendwann."

Liebe Rayana. Ich habe Dich ja zugegebenermassen noch nicht singen gehört. Aber schon allein wegen Deiner starken Präsenz gehörst Du eigentlich auf die Bühne! Vielen Dank für den Einblick, den Du uns gewährt hast. Das war eine super Begegnung mit Dir. Bitte misch die griesgrämigen Zürcher weiterhin auf!

kafi freitag