Handlesen mit Ulrike Albinsson

Dass Ulrike Albinsson Handleserin und Coach ist, habe ich bereits an anderer Stelle in diesem Blog erwähnt. Ebenfalls, dass es immer wieder höchst erstaunlich ist, wie sie in ihrer Kolumne im Blick am Abend Prominente porträtiert, welche sie nicht persönlich getroffen hat, sondern nur anhand von Fotos der Hände analysiert. Wie sie dabei den Nagel immer wieder auf den Kopf trifft, ist fast schon unheimlich. Und Unheimliches hat mich schon immer fasziniert.

Darum habe ich vor ein paar Wochen einen Termin bei ihr vereinbart und sie in ihrem schönen Praxisraum im Kreis 3 besucht. Anstatt lange rumzufackeln, hat sie meine Hände mit blauer Farbe eingefärbt und Abdrücke davon genommen.

Nach dem Händewaschen habe ich mich zu ihr an den runden Arbeitstisch gesetzt und sie hat mir erklärt, was Handlesen genau ist. Und was nicht.

Unsere Fingerabdrücke werden bereits in der 16. Schwangerschaftswoche gebildet und verändern sich danach nicht mehr. Darum ist auch die Forensik besonders scharf auf Fingerabdrücke. Besonders gewiefte Kriminelle ätzen sich die Abdrücke weg. Bei uns weniger Gewieften und weniger Kriminellen bleiben sie dafür ein Leben lang erhalten. Und erzählen von Stimmungen und Energien, die während der Schwangerschaft geherrscht haben.

Im Gegensatz dazu verändern sich die Hände laufend. Nicht nur die Handlinien an sich, sondern auch die Form der Hand, der einzelnen Finger. Wenn sich Ulrike mit einer Lupe erst über die Hände und dann über die blauen Abdrücke auf Papier beugt, dann folgt darauf keine Zukunftsprognose, sondern vielmehr eine Suche nach Potenzial und Herausforderungen. Neben sich hat sie einen Block liegen und macht sich Notizen, die mich an Steno erinnern. Daraus wird sie während einer Stunde lang über mich erzählen. Über Vergangenes, Aktuelles und auch über Tendenzen, die noch auf mich zukommen mögen.

Es wäre vermutlich einfach, dabei ins Esoterische zu kippen, oder sich auf Allgemeinplätzen zu verlieren. Aber Ulrike ist dafür viel zu genau, viel zu pragmatisch. Sie kann an meiner Handlinie exakt ablesen, wann ich in einer schweren Trennung gesteckt habe und wann diese Zeit wieder vorüber war. Sie sieht, dass ich in meiner Kindheit oft nicht gehört wurde und mich darum einsam gefühlt habe. Ebenso kann sie aber auch erkennen, dass ich mit meinem Talent für systemische Prozesse und für Kommunikation ganz genau den richtigen Beruf ergriffen habe. Dass du heute coachst und Kolumnen schreibst, ist die konsequente Umsetzung Deiner Berufung, sagt sie.

Sie erwähnt aber auch Schwierigkeiten, die sie jeweils elegant als Herausforderungen bezeichnet. Sie zeigt mir auf, wo es lohnt, noch genauer hinzuschauen und wo weitere Entwicklung stattfinden wird. Und obwohl sie keine Zukunftsprognosen macht, wie man sie aus billigen Filmen kennt (dir wird übermorgen der Mann deiner Träume über den Weg laufen und du wirst sofort sicher sein, dass er es ist! (Was unbestritten der Fall wäre, weil mir mein Mann jeden Tag über den Weg läuft und ich immer sofort weiss, dass es nicht nur mein Mann, sondern auch der Mann meiner Träume ist...)), beantwortet sie dann doch noch eine mich drückende Frage, welche meine Zukunft betrifft. Ich erhalte als Antwort kein "Ja" oder "Nein", aber meine Lebenslinie sagt ihr, dass ich mir diesbezüglich keine Sorgen und Gedanken mehr machen muss. Das wollte ich wissen und dementsprechend beruhigt verlasse ich nach einer Stunde ihre Praxis wieder. Sie gibt mir die Abdrücke meiner Hand mit. Falls ich die Sitzung in ein paar Jahren wiederholen möchte, könnte man die neuen Abdrücke mit den alten vergleichen und die Entwicklung beobachten.

Das Gespräch durfte ich mit dem Handy aufzeichnen, und als ich es ein paar Tage später zu Hause nochmals höre, bin ich von Neuem erstaunt, wie viel Ulrike mir in dieser kurzen Stunde über mich sagen konnte. Es waren für mich keine vollkommen neuen Erkenntnisse, aber sehr wertvolle Informationen, WARUM ich so handle, wie ich es tue. Ausserdem werde ich künftig auf Dinge achten, die mir bis anhin weniger bewusst waren und die mir das Leben erleichtern werden. Kurzum; alles was ich erfahre, kann ich sogleich anwenden. Nichts heimliches, nichts unheimliches at all.

Auf Wunsch kann man die Handlese-Sitzung mit einem anschliessenden Coaching abrunden. Oder sie einfach als einmalige Besprechung sehen. Wer vor einer wichtigen Entscheidung steht, wird Ulrikes Praxis mit Sicherheit dankbar verlassen. Und ebenfalls dankbar waren auch schon Eltern, welche Fotos der Hände ihrer Kinder zu ihr gebracht haben mit der Frage, welche Berufsrichtung der/die Jugendliche einschlagen könnte. Ebenfalls bietet sie Sitzungen für Paare an, die sich gemeinsam aus der Hand lesen lassen wollen.

Mir hat die Sitzung so gut gefallen, dass ich bereits einem lieben Menschen zum Geburtstag ebenfalls eine Stunde Handlesen bei Ulrike geschenkt habe. Ein persönlicheres und liebevolleres Geschenk ist schwerlich zu finden. http://www.ulrikealbinsson.ch/de/

kafi freitag