Ferien! Max! Stau!

Es gibt da diesen Zeitpunkt, wo die Koffer und das Auto schon gepackt sind und man 20 Sandwiches präpariert hat für den Fall, dass man wieder gefühlte 28 Stunden im Stau steht und nicht möchte, dass man dann den Urlaubsort nicht erreicht, weil man auf der Strecke verhungert ist. Das ist meistens der letzte Tag vor der Abreise. Man ist dann für gar nichts mehr zu gebrauchen und am liebsten hätte man, wenn niemand mehr auch nur ein einziges Sterbenswörtchen an einen richten würde. Also im Prinzip Redeverbot. Wenigstens bis man im Stau stillsteht und Sandwich No. 12 isst. Bitte. Danke.

Aber genau in diesem Zeitpunkt wird einem klar, dass man vor einigen Monaten aus einem jugendlichen Übermut heraus Tickets für ein Konzert bestellt hat, das ennet der Grenze, ennet des Bodensees, ennet jeglicher Vernunft am letzten Abend vor der Abreise, am letzten Abend vor dem Stau und den 20 Sandwiches stattfindet.

Man würde dann eigentlich furchtbar gerne einen guten Grund finden, warum man jetzt nicht mehr nach dort drüben reist für einen Musiker, den man vor knapp 20 Jahren schon gut fand. (Also im Prinzip würde man sogar gerne einen guten Grund zur Hand haben, das Auto wieder zu entladen und die Kinder in den Ferienhort zu schicken.) Aber dann merkt man plötzlich, dass auch 20 bereits präparierte Sandwiches keine Chance haben gegen ein Lebensgefühl, das man vor knapp 20 Jahren mal hatte. Als man noch frei und ungebunden war, zu A-n-n-a tanzte und sich mehr oder minder erfolgreich einredete, dass der Max Herre das Liebeslied mit uns im Kopf geschrieben hat.

Also reisst man sich zusammen. Setzt sich bereits fix und fertig in den brütend heissen Zug. Auf die brütend heisse Fähre.


Und siehe da ein Gefühl von Urlaub und Freiheit und ­den ungebundenen Zwanzigern stellt sich ein! Und in diesem Gefühl von Urlaub und Freiheit und den ungebundenen Zwanzigern stellt man sich noch kurz unter ein Riesenrad und merkt, dass einem schon vom Zuschauen übel wird, läuft man dann auch die knapp 4 Kilometer von Bahnhof Salem nach Schloss Salem, und auch wenn man kurz befürchtet, das Gebäude am anderen Ende des wiegenden Kornfelds könnte lediglich eine Fata Morgana sein, die das dehydrierte Hirn bei etwa 34 Grad einem ins Hirn spukt, so geht man doch tapfer immer weiter und bricht dann kurz vor der Bühne, praktisch dem Max und der atemberaubenden Joy Denalane zu Füssen, glücklich zusammen.
 

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Was für eine wunderbare Reise in die Vergangenheit. Wir wurden sowas von belohnt! Das Schloss Salem ist ein unvergleichlicher Ort für ein Open-Air Konzert. Der Innenhof, der Park... Spektakulär! Und auch das Konzert war grandios. Max und Joy in Bestform. Und um uns herum ausschliesslich gut gelaunte Menschen. What a day!

Was für ein herrlicher Start in den Urlaub! Stau, wir kommen!

Schöne Ferien wünschen Euch:         Sara & Kafi